Richtig Heizen und Lüften – So halten Sie Ihr Zuhause schimmelfrei

Richtiges Heizen und Lüften ist wohl die wichtigste Wartungsmaßnahme in Ihrem Zuhause, die unbedingt – vor allem in den ersten Jahren in einem neuen oder sanierten Gebäude – einzuhalten ist.

In jeder Wohnung entstehen mitunter beachtliche Mengen Feuchtigkeit. Durch Atemluft, Kochen, Baden, Wäschewaschen, Blumengießen etc. entstehen bei einem 3-Personen-Haushalt 6 bis 10 Liter Wasser täglich. Das sind mindestens 180 Liter im Monat, also mehr als eine Badewanne voll mit Wasser.

Noch mehr Feuchtigkeit entsteht, wenn Sie in Ihrer Wohnung Wäsche trocknen. Wohnen Sie in einem Neubau, kommt auch noch die Baufeuchte dazu. All diese Feuchtigkeit muss durch richtiges Lüften auch wieder raus aus Ihrem Zuhause. Sonst nistet sie sich in Wänden, Möbeln, Teppichen usw. ein, damit ist die Voraussetzung für Schimmelbildung geschaffen.

Mit der richtigen Dosis frischer Luft, erhalten Sie ein angenehmes und gesundes Wohnklima.

Die Wohnung richtig lüften heißt: zwei bis vier Mal täglich die Fenster weit aufmachen. So erreichen Sie die optimale Luftfeuchtigkeit und immer frische Luft in Ihrem Zuhause.

Achtung: Es kann in manchen Situationen zu einem Tauwasserausfall an den Fensterscheiben kommen. Ist dies der Fall, wischen Sie dieses Kondenswasser rechtzeitig ab, damit es nicht auf das Fensterbrett herunter tropft und in das Mauerwerk eindringt. Dies kann zu Schädigungen und Schimmelbildung an den angrenzenden Wänden bzw. des Fensteranschlusses führen und muss im Schadensfall auf Kosten des Mieters saniert werden.

10 Tipps wie Sie Schimmel vermeiden:

  1. Kontrollieren Sie die relative Luftfeuchtigkeit

    Für den Anfang ist oft ein Hygrometer in der Wohnung hilfreich. Damit überwachen Sie ganz einfach, dass die relative Feuchtigkeit der Raumluft möglichst zwischen 40 und 60 % liegt.

  2. Machen Sie die Fenster nur kurz dafür ganz auf

    Je kälter die Außentemperatur draußen ist, umso weniger Feuchtigkeit enthält die Luft und umso kürzer kann gelüftet werden. In Frühling und Herbst sollten die Fenster 12 – 15 Minuten geöffnet werden, im Winter reichen 4 – 6 Minuten. Die sogenannte „Stoßlüftung“ bei geöffnetem Fenster darf aus Energiespargründen nur kurzzeitig erfolgen.
    Die irrtümlicherweise am weitesten verbreitete Lüftungsart, das gekippte Fenster, führt zu hohen Heizenergieverlusten, ohne das Übel die Schimmelbildung auszuschließen.

  3. Noch besser ist Querlüften

    Besonders effektiv Lüften Sie Ihr Zuhause, wenn Sie gleichzeitig Fenster und Türen in gegenüberliegenden Räumen öffnen. So wehen Sie die Luftfeuchtigkeit im Wahrsten Sinne des Wortes und am schnellsten aus dem Fenster.

  4. Öffnen Sie die Vorhänge

    Nutzen Sie den Raum gerade nicht, öffnen Sie die Vorhänge vor allem bei Fenstern und Fenstertüren mit tiefen inneren Leibungen, so kann die Luft gut zirkulieren. Achten Sie auch darauf, Ihre Vorhangschienen nicht direkt an die Decke zu montieren.

  5. Heizen Sie gleichmäßig

    Alle Räume sollten möglichst auf gleicher Raumlufttemperatur gehalten werden. Schließen Sie unbedingt die Türen von kühleren Räumen, so vermeiden Sie, dass diese durch Raumluft anderer Räume mit höherer Temperatur mitgeheizt werden.

  6. Stellen Sie Möbel, insbesondere Einbauschränke, nicht an Außenwände

    Ist das dennoch notwendig, lassen Sie ca. 10 cm Abstand zur Wand, damit die Luft hinter den Möbeln in Bewegung bleiben kann.

  7. Schalten Sie die Heizung aus, während Sie lüften

    Sonst heizen Sie wertvolle Energie zum Fenster hinaus, erst nach dem Schließen der Fenster soll die Luft langsam und gleichmäßig wieder auf die gewünschte Temperatur erwärmt werden.

  8. Lüften Sie im Schlafzimmer ruhig öfters

    Oft wird im Schlafzimmer weniger geheizt, dagegen ist aus Energiespargesichtspunkten auch nichts einzuwenden.
    Schlafen Sie nachts bei offenem Fenster? Schließen Sie die Tür zum Schlafzimmer.
    Nächtigen Sie jedoch bei geschlossenem Fenster, so lüften Sie abends, direkt vor dem Schlafen gehen, in der Früh, gleich nach dem Aufstehen und am besten auch noch einmal eine Stunde später. Warum?
    Die im Verlauf der Nacht durch Atmen abgegebene Feuchtigkeit bleibt nicht in der Luft, sondern wird von den Oberflächen der saugfähigen Stoffe (z. B. Bettzeug, Gardinen, Vorhänge, Möbel, Holzverkleidungen, Tapeten, Teppiche) des Raumes aufgenommen. Wird morgens einmal gelüftet, geben diese Stoffe die Feuchtigkeit wieder an die Raumluft ab. Dieser Vorgang verläuft jedoch sehr langsam. Daher sollten Sie nach einer Stunde noch einmal Stoßlüften.

  9. Auch Ihr Badezimmer verdient eine Extrabehandlung

    Am besten wischen Sie Fließen nach dem Duschen schnell trocken und Lüften auch gleich danach. Badezimmer dürfen auch nicht in die angrenzenden Räumlichkeiten der Wohnung „entlüftet“ werden, da die Gefahr der Schimmelbildung in diesen Räumen steigt.

  10. Achtung beim Kellerlüften!

    Kellerräume sind im Winter ebenso zu lüften wie die Wohnräume der Geschosse darüber. Anders verhält es sich im Sommer und in den Übergangszeiten. Insbesondere im Frühjahr, wenn die Temperaturen der Außenluft und damit auch die absolute Luftfeuchtigkeit entsprechend hoch sind, setzt sich die Feuchtigkeit der Außenluft an den Innenoberflächen, der vom Winter her noch kalten Kelleraußenwände, als Tauwasser ab. Auch im Sommer bleibt die Lufttemperatur im Keller eher kühler. Lüften Sie hier in den wärmeren Jahreszeiten weniger, besser nur nachts, da zu dieser Zeit die Außenluftfeuchte geringer ist als tagsüber. Nur durch ausreichendes und wirkungsvolles Lüften bleiben die Kellerwände trocken.